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CD-Kritik Herman Brood & His Wild Romance - Shpritsz

Interpret: Herman Brood & His Wild Romance

Titel: Shpritsz

Erscheinungsjahr: 1978

Genre: Rock

Bewertung: Wertung: 8 von 10 Sternen

(8/10 - Rezensionen: 1)

 

Rezension/Review

Shpritsz ist der Titel des zweiten Albums von Herman Brood & His Wild Romance. Das Album erschien im Jahr 1978 und bedeutete den Durchbruch für Herman Brood. Während die erste Single Auskopplung Rock & Roll Junkie nicht charten konnte, wurde die zweite Single Saturday Night in den Niederlanden ein Hit und machte Brood auch in anderen europäischen Ländern bekannt. 1979 schaffte es Brood mit einem Re-Release von Saturday Night sogar bis auf Rang 35 der US-Charts.

Das Album Shpritsz erreichte in den Niederlanden die Top 10 und hielt sich beachtliche 28 Wochen in den Charts. Für Brood bedeutete das Album den Durchbruch, es dürfte außerdem sein kommerziell erfolgreichstes Album gewesen sein. Bei den Fans kam er mit seinem Mix aus Rock'n'Roll, Blues und Soul sowie härterem Rock sehr gut an. Auch Kritiker konnten sich mit dem Output des Rock And Roll Junkie arrangieren. In einem Poll des Muziekkrant OOR wurde das Album zum viertbesten niederländischen Album aller Zeiten gewählt.

Brood hatte die Band nach dem Debütalbum komplett umbesetzt. Die Wild Romance bestand nun im Kern aus Freddy Cavalli - bass, Danny Lademacher - guitar und Cees 'Ani' Meerman - drums. Backgroundsäger waren Monica Tjen Akwoei - vocals, Josee van Iersel - vocals und Floor van Zutphen - vocal. Weitere Gastmusiker waren Keyboarder Robert Jan Stips und Saxofonist Bertus Borgers. Musikalisch knüpfte Brood am Debütalbum an. Auch hier orientiert sich Brood weitestgehend an Rock'n'Roll, R&B und Soul und transportiert seine Roots in die1970er. Mit der energetischen Band im Rücken klang das druckvoll und passte, wie das Debütalbum, gut in die von Punk und New-Wave geprägte Szene.

Die Songs:

  • "Saturday Night" war der größte Hit für Brood. Die Zutaten sind einfach: der Song wird von einem klassischen Rockgitarrenriff getragen und Brood wirft seine Einflüsse in die Waagschale. Interessant klingt das Outro, das mit mehrfach übereinander gelegten Gesangsspuren in Dope Sucks überleitet.
  • "Dope Sucks" legt an Tempo, da kommt der Rock'n'Roll in jeder Phase durch und wird mit LittleRichard-Pianoparts und Background U-a-a Chören verstärkt. Durch das Tempo tendiert der Song Richtung New Wave.
  • "One" klingt nach groovigem Soul. Hier fühlt sich Brood wohl und überzeugt mit emotionalem Gesang und Pianospiel.
  • "Doin' It" legt wieder an Tempo zu. Wieder ein typischer Brood-Rocksong mit schöner Pianoarbeit und einem genialen Gitarrensolo von Lademacher.
  • Auf "Champagne (& Wine)" frönt Brood seinen Soul Roots. Er interpretiert den Song von Roy Johnson, Otis Redding und Alan Walder äußerst cool.
  • "Back (In Y'r Love)" klingt moderner, nach New Wave mit einer Prise Rock'n'Roll. Ein unterhaltsamer Song, der aber auch nicht viel länger hätte sein dürfen.
  • "Hit" greift eher auf Soul und R&B Einflüsse zurück. Brood singt diesen Song wieder sehr cool und fast etwas schnodderig. Das klingt gut, hat aber auch mit schnellerem Tempo Potenzial (siehe Cha Cha).
  • "Rock and Roll Junkie" darf man als eine Hommage an Paul Kossoff und Brood selbst verstehen. Ein gut gemachter, druckvoller Rocksong.
  • "Never Enough" wirkt einerseits interessant, aber auch etwas sehr patchworkartig. Dafür verantwortlich sind die Wechsel aus langsamen souligen Parts und schnelleren Rock'n'Rollparts.
  • "Pain" gehört wieder zu den relativ kurzen Songs. Der Medium-Tempo Song mit R&B Flair wirkt, aufgrund der kurzen Laufzeit, noch stimmig.
  • "Get Lost" übernimmt das Gesangsthema, welches Brood auf Feels Like Love von Streets angedeutet hat. Das klingt interessant, zumal Get Lost an Tempo zulegt. Ein guter Rocksong mit bemerkenswerter Gitarrenarbeit von Lademacher und gut groovenden Bassparts von Cavalli
  • "Hot-Talk" ist wieder ein sehr kurzer Song, der in der Kürze gute Leistungen von Brood am Piano, Lademacher an der Gitarre und den weiblichen Backgroundsängerinnen aufweist.
  • "Prisoners" spielt schön mit Motiven des Rock'n'Roll, wobei hier vor allem die Saxparts von Borgers auffallen.
  • "Doreen" würde ich einfach als einen coolen Gitarrenrock bezeichnen. Lademacher und Brood bestimmen den Song, der aus meiner Sicht eines der Highlights der Platte ist.
  • "Skid Row" setzt den Gitarrenrocktrend fort. Allerdings wirkt der Song etwas aggressiver über einem guten Off-Beat. Dazu gibt es einmal mehr ein amtliches Lademacher Solo sowie annehmbare u-hu-u Damenchöre. This Song rocks.

Fazit Shpritsz kann man zu den stärksten Brood Alben zählen. Es wurde in einer der besten Wild Romance Besetzungen eingespielt - Meerman und Cavalli grooven klasse, Lademacher spielt ein scharfgebifftes Brett. Dazu singt Brood gut und spielt schöne Pianoparts ein. Er frönt seinen Vorlieben aus Rock'n'roll (vor allem Little Richard) und Soul wie auf dem Debütalbum, allerdings klingt das hier noch besser.

 

Trackliste

  1. Saturday Night (Brood, Dany Lademacher) 3:42
  2. Dope Sucks (Brood, Dany Lademacher) 2:06
  3. One (Brood, Pé Hawinkels) 1:54
  4. Doin' It (Brood) 2:39
  5. Champagne (& Wine) (Roy Johnson, Otis Redding, Alan Walder) 3:31
  6. Back (In Y'r Love) (Brood, Pé Hawinkels) 1:48
  7. Hit (Brood, Pé Hawinkels, Dany Lademacher) 2:47
  8. R & Roll Junkie (Brood) 2:46
  9. Never Enough (Rommert Boonstra, Brood, Hugo Sinzheimer, Erik Strack) 2:31
  10. Pain (Rommert Boonstra, Brood) 1:52
  11. Get Lost (Brood) 3:12
  12. Hot-Talk (Hugo Sinzheimer, Erik Strack) 1:44
  13. Prisoners (Brood, Pé Hawinkels) 1:40
  14. Doreen (Brood, Dany Lademacher, Langenbach) 2:32
  15. Skid Row (Brood, Pé Hawinkels, Gerrit Veen) 2:35

Rezensent: MP

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