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Albumbesprechung Brand X - Do They Hurt?

Interpret: Brand X

Titel: Do they Hurt?

Erscheinungsjahr: 1980

Genre: Jazz-Fusion, Rock

Bewertung: Wertung: 6 von 10 Sternen

(6/10 - Rezensionen: 1)

 

Rezension/Review

Do They Hurt? ist das fünfte Album der Band Brand X. Das Album erschien im Jahr 1980 und enthält Material der Sessions zum Vorgängeralbum Product. Kommerziell war das Album kein großer Erfolg, was im Fall Brand X aber fast schon die Regel war. Hätte nicht Phil Collins als Drummer die Band stellenweise als eine Art Nebenprojekt betrieben, dann wäre die Band möglicherweise noch unbekannter geblieben. Schade, denn das Niveau der Band war gut. Neben ihm ging der Rest der Band bedauerlicherweise oft etwas unter. Schade, denn die Musiker gehören allesamt zu den besten ihres Fachs: Gitarrist John Goodsall, die Bassisten Percy Jones und John Giblin, Keyboarder Robin Lumley, Percussionist Morris Pert und Drummer Mike Clark. Sie waren auch auf diesem Album die bestimmenden Musiker, Collins spielte im Grund nur eine Gastrolle.

Die Songs

"Noddy Goes To Sweden" ist ein Song vom Bassisten Percy Jones. Der Jazz-Fusion kommt ohne Gitarre aus, dominierendes Instrument ist der Fretless Bass von Percy Jones. Der Song ist sparsam instrumentiert, groovt aber angenehm funky. Schade, dass Jones die wenigen guten Ideen nicht durchgängig anbietet. "Voidarama" von John Goodsall beginnt mit einer eingängigen und relaxten Melodie, im Mittelteil traut sich Goodsall an etwas komplexere Parts und erinnert durchaus an das Mahavishnu Orchestra. "Act Of Will" ist ein weiterer Goodsall Song. Der Song wirkt eingängiger als der Vorgänger. Mit dem verfremdeten Goodsall Gesang klingt das für Brand X Verhältnisse kommerziell, aber irgendwie verunglückt. "Fragile" ist etwas komplexer gestaltet. Die Co-Produktion von Jones und Robinson wirkt etwas langatmig, auch wenn den Hörer leicht dissonante Sounds ab und zu aus der Lethargie reissen. "Cambodia" ist ein Song von Goodsall, der zwischen Rock und Jazz-Rock pendelt. Der Song stellt mit der vorzüglichen Gitarrenarbeit Goodsalls und den guten Bassparts von Jones das Highlight des Albums dar. "Triumphant Limp" von Percy Jones tendiert stärker zum Jazz Fusion. Der Song lebt weniger von großen Ideen als vielmehr von der vorzüglichen Bassarbeit von Jones und den beachtlichen Drumparts von Phil Collins. "DMZ" wirkt verspielt und abwechslungsreich. Nach einem langsamen Beginn mit sparsamer Instrumentierung legt die Band im weiteren Verlauf zu und spielt einige interessante Parts Richtung Jazz-Fusion ein.

Fazit Brand X legen mit Do They Hurt? ein ordentliches Album vor, leider ruft die Band zu selten ihr ganzes Potenzial ab. Möglicherweise liegt das daran, dass es sich um Restmaterial der Sessions zum Vorgängeralbum Product handelt. Von daher könnte man hier auch von einer Art Abfall"Product" sprechen. Das ist schade. Insgesamt pendelt das Album etwas unentschlossen zwischen Jazzrock und Rock, zwischen komplex und eingängig. Sieht man einmal von Cambodia ab, fehlen die aufregenden Nummern, die Brand X eigentlich drauf haben.

Trackliste

  1. Noddy Goes to Sweden (Jones) 4:30
  2. Voidarama (Goodsall) 4:21
  3. Act of Will (Goodsall 4:43
  4. Fragile (Jones, Robinson) 5:26
  5. Cambodia (Goodsall) 4:31
  6. Triumphant Limp (Goodsall, Giblin, Lumley, Collins) 7:34
  7. D.M.Z. (Jones) 8:39

Rezensent: MP

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