Anzeige

Albumbesprechung David Bowie - Heathen

Interpret: David Bowie

Titel: Heathen

Erscheinungsjahr: 2002

Genre: Rock

Bewertung: Wertung: 8 von 10 Sternen

(8/10 - Rezensionen: 1)

 

Rezension/Review

Heathen ist ein Album von David Bowie, das im Jahr 2002 erschien. Heathen war etwas erfolgreicher als das Vorgängeralbum Hours, in Großbritannien gab es Gold für das Album. Rang 14 in den USA war die beste Platzierung in den USA seit dem 1984er Album Tonight. Bowie arbeitete auf Heathen u. a. mit Tony Levin, Pete Townshend, Dave Grohl und Jordan Rudess zusammen. Außerdem erwähnenswert: Bowie verarbeitete auf dem Album drei Fremdkompositionen.

Die Songs

"Sunday" eröffnet das Album atmosphärisch mit traumhaft schönem Gesang von Bowie. Erst im letzten Drittel des Songs gibt es eine Steigerung mit natürlichen Drums. "Cactus" stammt im Original von den Pixies. Bowie macht den Song durch seinen einzigartigen Gesang zu seinem Werk, so können gute Coverversionen klingen. "Slip Away " stellt eine Hommage Bowies an den Künstler Uncle Floyd dar. Bowie singt zum Piano, der Song bietet einen Mix aus Ambientsounds und Sounds aus den frühen 1970ern. "Slow Burn" ist ein straighter Rocksong mit ungewöhnlichen Gitarrenparts, die wohl primär von Pete Townshend beigesteuert wurden. Der Song wurde für den Best Rock Male Vocal Performance Grammy nominiert. Stilistisch bewegt sich der Song im 60's Rock und stellt das Highlight des Albums dar. "Afraid" klingt nach zeitgemäßer Rockmusik mit einem mächtigen Retro-Hau. Witzig wirkt die betonte Stereomischung der Instrumente, die - neben dem Lennon Zitat im Text - eine Anspielung an alte Beatleszeiten darstellen soll. "I've Been Waiting for You" ist ein Neil Young Song aus dem Jahr 1968, den Bowie mit Dave Grohl an der Gitarre ordentlich einspielt.

"I Would Be Your Slave" klingt mit Streicherarrangements, Besendrums und diversen Geräuschen ungewöhnlich, aber sehr interessant. "I Took a Trip on a Gemini Spaceship" ist ein Song von Norman Carl Odam. Der ist bekannter als der Stardust Cowboy, der wiederum Bowie zum Namen seiner Figur Ziggy Stardust inspiriert hat. Der Song ist zwar nicht schlecht konzipiert, allerdings gefallen mir die synthetischen Drums nicht. Bowie und Drum'n'Bass, das geht einfach nicht. "5:15 The Angels Have Gone" beginnt leider wieder Drum'n'Bass mäßig. Allerdings setzen hier nach knapp 2 Minuten richtige Drums ein und bilden das Fundament für einen angenehm relaxten Rocksong. "Everyone Says Hi" ist wieder einer der Songs, der ziemlich retro klingt. Aber das kann Bowie gut, vor allem wirkt das bei ihm selten anachronistisch. "A Better Future" ist ein Popsong mit anfangs eher monotonen Gesangslinien. Allerdings steigert sich der Song und überzeugt im weiteren Verlauf mit gelungenen Melodien. "Heathen (The Rays)" nutzt viele Electronics. Mit dem Sprechgesang und den weit nach hinten gemischten Drums bildet der Song keinen gelungenen Abschluss.

Fazit Bowie kämpfte sich, nach einigen Enttäuschungen, mit dem Album Heathen zurück. Das Album wirkt wie ein gelungener Mix aus altem Bowie-Material und modernen Sounds. Und es klingt, gemessen an den vorhergehenden intensiven Drum'n'Bass Experimenten, relativ rockig. Bowie kann auch hier die Finger nicht von synthetischen Drums lassen, aber er übertreibt es nicht und präsentiert viele gute Rocksongs mit gewissen Retro-Aspekten. Das dürfte vor allem älteren Bowie Fans sehr entgegenkommen.

Trackliste

  1. Sunday 4:45
  2. Cactus (Charles Thompson) 2:54
  3. Slip Away 6:05
  4. Slow Burn 4:41
  5. Afraid 3:28
  6. I've Been Waiting for You (Neil Young) 3:00
  7. I Would Be Your Slave 5:14
  8. I Took a Trip on a Gemini Spaceship (Norman Carl Odom) 4:04
  9. 5:15 The Angels Have Gone 5:00
  10. Everyone Says 'Hi' 3:59
  11. A Better Future 4:11
  12. Heathen (The Rays) 4:16

Rezensent: MP

Anzeige