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Titel: Sound Of The Apocalypse Erscheinungsjahr: 2007 Genre: Retro-Rock, Prog-Rock Bewertung: ![]()
Das Veröffentlichungsdatum dieses Albums soll der 21.09.2007 sein. Ich habe die Scheibe zur Rezension erhalten, wobei ich ehrlich sagen muss, dass ich die Band Black Bonzo vorher weniger gehört hatte. Die Jungens kommen aus Schweden und hießen einmal Gypsy Sons Of Magic. Nach einigen Personalwechseln kam man dann in folgendem Line-Up zusammen: Mike Israel (drums), Magnus Lindgren (vocals), Nicklas Ahlund (keyboards) und Joakim Karlsson (guitars). Am Bass gab es dann noch mal einen Wechsel, der aktuelle Basser heißt Anthon Johansson. Als offizielles Gründungsdatum der Band wird 2003 genannt. Laut Info des Managements spielen die Kollegen Retro-Rock - das kann man mal so stehen lassen. Retro spielen Black Bonzo laut Vertriebsinformation - irgendwo zwischen Uriah Heep's Hard Rock und den klassischen Prog-Rock Bands. Da werden Namen wie Genesis, Yes oder Camel genannt. Ich höre etwas mehr heraus, wobei die Grundrichtung schon stimmt. Die Härte geht in etwa in Richtung Uriah Heep, hat aber auch viel von Jethro Tull. Aber nicht nur das: anscheinend hat diese Band wirklich jede erdenkliche Prise der Musik zwischen 1970 und ca. 1980 eingeatmet. Der Bandsound ist so etwas von Retro - das passt wie Faust auf Auge. Vom Sound her erinnern mich Black Bonzo z. B. sehr an Kansas. Der Gitarrist soll laut Management Info nach Richie Blackmore klingen. Das würde ich in keinem Fall so sehen. Der Keyboarder Ahlund allerdings schöpft wirklich aus der kompletten Dekade - da kommen Keyboard Sounds die an Deep Purple, Uriah Heep, Genesis, Yes oder Gentle Giant erinnern heraus. Aber die Keyboards klingen auch oft nach Kansas und manchmal, vor allem wegen dem Mellotron, etwas nach den Moody Blues. Der Sänger singt ordentlich. Drummer und Basser spielen sehr songdienlich und gut. Und nun zum Songmaterial: hier gibt es schon eine große Affinität zu den Prog-Rockern der ersten Stunde. Gleich der Opener lässt hier viel hoffen. Da langt der Keyboarder gleich mal richtig schön hin. Ein tolles Intro Riff. Soundmäßig erinnert mich das Keyboard an Gentle Giant. Dann geht es aber etwas härter weiter. Hier drängen sich schon mal Vergleiche mit US-Bands auf. Der zweite Song startet dann wieder eher auf die (softere) englische Prog-Art. Ein wenig Genesis, etwas Gentle Giant. Klingt schön progig. Und sehr authentisch. Track 3 startet mit einem eher romantischen Gitarrenthema, die Flöte erinnert an Camel-Linien. Auch der weitere Aufbau erinnert mich, stellenweise, an Camel. Track 4 ist dann einer der Songs der mich extrem an US-Bands aus den Siebzigern erinnert - plus ein paar prog-typische Ideen. Bridge bzw. Refrain allerdings driften in AOR-Musik ab. Das klingt nicht mehr ganz so gut. Titel 5 kommt dann vollkommen in Jethro Tull Manier daher. Das Stück könnte von Songs From The Wood sein. Zwölfsaitige Gitarre plus Flöte, das erinnert sehr an Jethro Tull. Song 6 haut auch in die Jethro Tull Kerbe - allerdings in die Progrockige. Track 7 startet etwas zurückhaltender und steigert sich dann in ein progigeres Thema. Das klingt ganz gut. Der Song baut dann eine gewisse Härte auf, dazu gesellt sich eine schöne Jon Lord-typische Hammond Orgel. Auch in dem Song finden sich viele melodische Motive a la Jethro Tull, Camel oder Gentle Giant. Der Abschlusstrack ist der längste Song des Albums. Anfangs ein eher getragener Song. Klingt entfernt nach Camel plus Moody Blues Dramatik. Allerdings legen die Jungs im Lauf des Songs richtig gut los, wieder sehr schön progig bis jazzrockig . Zum Schluss wird es wieder ruhiger und epischer, mit ganz leisen Pink Floyd Anklängen. Ein ordentlicher Titel, der ziemlich viele Stilelemente bedient. Für mich klingt Black Bonzo wirklich erstaunlich. Wie eine Reinkarnation der siebziger Jahre. Aufnahmetechnisch ist die Band eindeutig im Jahr 2007 angekommen. Soundtechnisch spielt die Band aber bedingungslos retro. Jedes Instrument ertönt vernehmlich wie damals. Auch der Sänger passt sich in diese Epoche ein. Von daher könnte man meinen, man höre ein Band aus dieser musikalischen Epoche. Songtechnisch liegt Black Bonzo ebenfalls eindeutig im Zeitfenster 1970 bis 1980. Da hört man unglaublich viele Stilelemente heraus. Man meint Anklänge vieler Bands zu hören. Da werden sich auch die Meinungen teilen. Aus meiner Sicht vermischt die Band vor allem Elemente der Bands Jethro Tull, Camel, Gentle Giant, Uriah Heep und Kansas. Und genauso klingt das Ganze, zumindest für mich. In jedem Fall ist die Band meilenweit entfernt vom Neo-Prog, das muss man klar sagen. Ist Retro-Musik nun gut oder schlecht? Gefallen muss es! Und bei Black Bonzo muss ich sagen: mir gefällt das und das Anhören macht Spaß. Das Album ist nicht sehr komplex, weshalb ich es auch nicht als reines Prog-Rock Album einstufen würde. Die Band erlaubt sich keine nennenswerten Aussetzer. Ausnahme: wenn die Band mit AOR bzw. Mainstream Material kokettiert. Allerdings hält sich das in Grenzen. Diese klassische Hard-Rock bis Prog-Rock Schiene, das können Black Bonzo wirklich gut. Und was vielleicht nicht unwichtig ist: beim Anhören kommt, im positiven Sinn, etwas Wehmut an die guten alten Zeiten auf. Früher war natürlich nicht alles besser. Aber es macht irgendwie Spaß, wenn man mit so einem Album plötzlich um die 30 Jahre zurückkatapultiert wird. Und mit dem Album macht diese Zeitreise wirklich Spaß. Wer Bands wie Uriah Heep, Camel, Jethro Tull, Genesis oder Kansas aus der Zeit von 1970 bis 1975 mag, dem sei dieses Album nachdrücklich empfohlen. Die Tracks: 1. Thorns Upons A Crown 2. Giant Games 3. Yesterdays Friends 4. The Well 5. Intermission - Revelation Song 6. Ageless Door 7. Iscariot 8. Sound Of The Apocalypse Rezensent: MP |
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