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CD-Kritik Björk - Post

Interpret: Björk

Titel: Post

Erscheinungsjahr: 1993

Genre: Dancefloor, Art-Pop, Trip-Hop

Bewertung: Wertung: 9 von 10 Sternen

(9/10 - Rezensionen: 1)

 

Rezension/Review

Post ist das dritte Studioalbum von Björk, das Album erschien im Juni 1995.

Björk baute auf den Sounds von Debut auf, gab sich aber noch etwas experimentierfreudiger, was ihrer Ansicht nach auch ihrer selbstbeschriebenen musikalischen Promiskuität entsprach. Das Konzept funktionierte prächtig, Kritiker wie Fans waren begeistert und das Album verkaufte sich weltweit prächtig. Erstaunlich war der hohe Anteil an ausgekoppelten Singles, es waren sechs an der Zahl (Army Of Me, Isobel, It's Oh So Quiet, Hyperballad, Possibly Maybe und I Miss You).

Die Songs

  • Army of Me groovt mit Bonzo Zitaten (Led Zeppelins Drummer) mächtig. Den Dancefloor-Brummer widmet Björk ihrem Bruder. Mit dem Song schaffte Björk erstmals die Top 10 der UK Singles Charts.
  • Hyper-Ballad handelt von einem Traum Björks und erzählt von einer destruktiven Person, die ihre Aggressionen los wird, indem sie Dinge von einer Klippe wirft. Musikalisch wird das als Uptempo-Ballade mit einem Mix aus Electronica, Ambient und Klassik umgesetzt.
  • The Modern Things verarbeitet die Ängste vor seelenloser Technologie. Ich habe auch einmal gelesen, dass der Song Björks Antwort auf Kritiker war, welche ihr die musikalisch Abkehr von alten Sugarcubes Sounds übel nahmen. Interessant und wie gewohnt kongenial (in dem Fall etwas technoid) ist ihr die Umsetzung gelungen.
  • It's Oh So Quiet ist das Cover einer alten Jazz Nummer aus den 1950ern. Betty Hutton veröffentlichte den Song im Jahr 1951, der wiederum war eine Coverversion des deutschen Songs Und Jetzt ist es Still (Horst Winter). Stimmungsmäßig eines der Highlights, gesangstechnisch stößt Björk aber immer wieder an Grenzen.
  • Enjoy ist ein weiterer Dancefloor Track, der noch druckvoller und vor allem dunkler als Army Of Me klingt.
  • You've Been Flirting Again bildet das Kontrastprogramm zu Enjoy: eine stimmungsvolle Ballade mit einer Björk, die auf flauschigen Streicherteppichen wandelt. Eines der ruhigen Highlights, welches in den nächsten Track überleitet:
  • Isobel. Mit den Songs Human Behaviour (von Debut) und Bachelorette (von Homogenic) bildet Isobel eine Art Triologie, welche das Leben der Isobel erzählt. Björk begibt sich in die Rolle der Erzählerin, die über tribalartige Drums, Streicherarrangements und eine kleine Orchesterbesetzung die Geschichte erzählt.
  • Possibly Maybe wurde als fünfte Single aus dem Album ausgekoppelt. Ihre persönliche Ode an die Liebe fällt vergleichsweise melancholisch aus und wird durch Electronic-Spielereien und softe Beats passend untermalt.
  • I Miss You nimmt inhaltlich den Faden auf und erzählt vom Gefühl, einen (den idealen) Menschen zu vermissen, den man bisher noch gar nicht getroffen hat. Der Song wurde als sechster Song des Albums auf Single ausgekoppelt. Der Mix aus Samba-Feel und Dancefloor klingt witzig, passt aber wie Faust auf Auge.
  • Die beiden abschließenden kurzen Songs gehören zu den typischen Björk Songs, mit welchen sie immer wieder den Bereich des Avantgarde berührt. Das klingt ruhig, ist aber irgendwie keine Ballade und lebt eben vor allem von Björks individuellem Gesang/Sprechgesang.

Fazit Post ist ein phantastisches Album. Mit dem Album Debut deutete Björk an, zu was sie imstande ist. Mit Post liefert sie m. E. das perfekte Paket ab: donnernden Dancefloor (Army Of Me, Enjoy) der auf I Miss You Richtung Samba tendiert, wunderbare Balladen (You've Been Flirting Again und Isobel, Possibly Maybe, Hyper-Ballad) typisch verschrobenen Björk Avantgarde (Cover Me und Headphones) und das überraschende Cover von It's So Quiet. Wer sich für die Künstlerin Björk interessiert, findet mit diesem Album den perfekten Einstieg.

Trackliste

  1. Army of Me 3:54
  2. Hyper-ballad 5:21
  3. The Modern Things 4:10
  4. It's Oh So Quiet 3:38
  5. Enjoy 3:57
  6. You've Been Flirting Again 2:29
  7. Isobel 5:47
  8. Possibly Maybe 5:06
  9. I Miss You 4:03
  10. Cover Me 2:06
  11. Headphones 5:40

Rezensent: MP

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