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Albumbesprechung Better Than Ezra - Friction Baby
Titel: Friction Baby Erscheinungsjahr: 1996 Genre: Alternative Rock Bewertung: ![]()
Better Than Ezra ist eine in Europa relativ unbekannte Band. Auch in den USA darbt die Band aus Baton Rouge etwas vor sich hin. Die Band gibt es immerhin schon seit 1987. Zwei Jahre später erschien das Debütalbum. Ein Jahr darauf verstarb der Gitarrist der Band. Ein Schock für die Band. Es folgte eine fast fünfjährige Pause. Mit den ersten drei Alben hatte die Band recht gute Erfolge in den USA. Das vierte Album Friction Baby sollte etwas anders werden. Das wurde von den Fans nicht sehr gut aufgenommen. Die Band verlor in der Folge sogar ihren Vertrieb für Europa und konnte sich in den USA erst dann wieder etwas besser positionieren, als sie zurück zu ihren einfacheren Musikmustern ging. Als ich das Album zum ersten Mal hörte, war ich sehr angetan. Zumindest vom Großteil der Songs. Die Band spielt stilistisch verwandt und auf Augenhöhe mit den Bands Live und REM. Die Musiker performen ganz gut, vor allem emotional kann das Album berühren. Es gibt keinen typischen Solisten in der Band. Das heißt, alle Instrumente sind relativ gleichberechtigt. Dabei fällt mir aber insbesondere der Drummer auf, der ziemlich energisch und druckvoll spielt. Nicht nur deshalb würde ich die Band ein bisschen mit Live vergleichen. Besonders gut klingt Better Than Ezra, wenn die Band einen druckvollen (Alternative-)Gitarrenrock spielt. Das können sie wirklich gut. Sänger Kevin Griffen klingt großartig, mit einer eigenen stimmlichen Note. Er bringt meistens eine leicht melancholische bis düstere Stimmung mit ein. Die Songs sind eindrucksvoll. Das geht manchmal richtig schön unter die Haut. Dabei sind die ersten drei Songs ziemlich wuchtige und druckvolle Rocknummern. Sehr gute Songs, die man dem Alternative Rock zuordnen kann. Die Nummern vier bis sechs brechen etwas aus diesem Muster aus. Sie sind experimenteller und nicht ganz so druckvoll. Aber sie klingen durchwegs interessant und sind ganz gut. Hung The Moon und Still Life With Cooley sind wieder sehr druckvolle Nummern. Desperately Wanting klingt stark nach Live und hat eine richtig gute Ausstrahlungskraft. WWOZ und Happy Ending sind zwei annehmbare langsamere Songs mit gutem Feeling und einem Schuss Folk bzw. Country. Speeding Up To Slow Down ist dann wieder eine schöne Rocknummer, die sehr dynamisch gespielt wird. Die Schlussnummer At Ch. Degaulle hätte sich die Band sparen können. Ein eher bedeutungsloser Rocker mit einer jazzigen Einlage. In der Summe überzeugt mich persönlich das Album. Das rockt meistens richtig gut. Die Band hat gute Ideen, welche musikalisch auch gut umgesetzt werden. Die Mehrzahl der Songs ist gut, manche sind ordentlich. Nur der letzte Song fällt deutlich ab. Freunde des Alternative Rock sollten sich Better Than Ezra unbedingt mal anhören. Auch Freunde guter Rockmusik a la Live könnten mit Better Than Ezra ihre Freude haben. Better Than Ezra ist für mich ein absoluter Geheimtipp, der speziell in Europa gänzlich unterbewertet ist. Die Tracks:
Rezensent: MP |