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Interpret: The Beatles

Titel: The Beatles (auch White Album)

Erscheinungsjahr: 1968

Genre: Rock, Pop-Rock

Bewertung: Wertung: 7 von 10 Sternen
(7/10 - Rezensionen: 1)

 

Rezension:

Das Doppelalbum The Beatles ist heute vor allem als das weiße Album der Beatles bekannt. Welches Album der Beatles das wichtigste ist, darüber kann man getrost streiten. Das White Album gehört aber definitiv dazu. Von vielen Kritikern wird es als das beste Beatles Album angesehen. In der Rolling Stone Top 500 Album Liste liegt es auf Platz 10. Tatsächlich sind sehr viele Songs auf dem Album und die meisten davon klingen sehr interessant.

Back in the U.S.S.R. beginnt gleich einmal mit einem drückenden Pfund. Eine tolle Nummer, die aus dem Rock'n'Roll schöpft. Der Song macht Spaß. Dear Prudence ist ein herrlicher balladesker Song, den John der Schwester von Mia Farrow widmete. Zum Schluss wird es leicht psychedelisch. Ein guter Song. Glass Onion ist ein ordentlicher Song, mit dem sich John selbst und seine psychedelische Phase auf den Arm nimmt. Ob-La-Di, Ob-La-Da ist eine fast unvergängliche Gute Laune Nummer. Der wohl bekannteste Song des Albums. Wild Honey Pie ist ein kurzer und leicht schräger Teil eines Instrumentals, das nie veröffentlicht wurde. The Continuing Story of Bungalow Bill gehört auch zu den bekanntesten Songs des Albums. Ein schöner gut nachsingbarer Chor und eine schöne leicht psychedelische Strophe machen den Song aus. While My Guitar Gently Weeps ist eine der Topnummern von George Harrison - vielleicht sein bester Song. Mit dazu beigetragen hat sicherlich das expressive Gitarrespiel von Eric Clapton. Happiness Is a Warm Gun gehört zu den abwechslungsreichsten Songs des Albums. Ein Song, der über verschiedenen Metren geht. John sagte, er habe den Song aus drei verschiedenen Songs zusammengesetzt. Martha My Dear zeigt erneut die Stärke von Paul, gut nachvollziehbare Songs zu schreiben, die teilweise nahe an Kinderliedern liegen. Das ist hier am Anfang so. Allerdings steigert sich der Song nach knapp einer Minute und überrascht mit interessanten Arrangements. I'm So Tired ist ein größtenteils sehr getragener Song. John schrieb ihn aus der Erfahrung, als er beim Meditieren bei Maharishi unendlich müde wurde. Blackbird ist wieder eines der Beispiele für Paul's Befähigung, schöne ruhige Songs mit klasse Melodien zu komponieren. Dazu zeigt er seine Qualitäten auf der Akustikgitarre. Ein Klassiker - nicht nur für angehende Picking-Gitarristen. Piggies ist ein klasse Song, von George geschrieben. Der Song klingt ziemlich unüblich für seine Verhältnisse. Piggies rechnet mit den Wirtschaftskriminellen ab, die im großen Stil betrügen und die kleinen bluten lassen. Das soll es ja heute noch geben. Ein zeitloser Song - wie Taxman. Und ein toller Song mit triefender Bissigkeit. Rocky Raccoon ist auch ein bekannter Song des Albums. Eine Wildwestgeschichte, die auch so klingt. Schön gemacht. Don't Pass Me By ist einer der wenigen von Ringo geschriebenen Songs . Wieder geht der Song in Richtung Country. Wie immer bei Ringo gilt: ein netter Song. Why Don't We Do It in the Road? ist eine komplette Soloproduktion von Paul. Er spielte alle Instrumente selbst ein. Eine Art Blues mit spartanischem Text. I Will ist gleich die nächste Soloproduktion von Paul. Wieder komplett von ihm eingespielt. Dieses mal eine Ballade mit kurzen Rockabilly Einwürfen der Akustikgitarre. Klingt gut. Julia wurde von John für seine Mutter geschrieben. Ein schöner balladesker Song, praktisch komplett mit Akustikgitarren dargeboten. John kann auch gute Balladen schreiben, das beweist er hier.

Birthday wurde von den Beatles geschrieben, weil sie der Meinung waren, es gäbe im Radio keine vernünftigen Geburtstagssongs. Da haben sie gut dran getan, der Song hat etwas und taugt eindeutig als Geburtstagsgruß. Toller härterer Song mit tollen Ideen. Yer Blues ist eine Mischung aus Slow-Blues und Rock'n'Roll. John machte sich mit dem Song über die selbst ernannten neuen Bluesmen aus England lustig. Mother Nature's Son ist wieder im Prinzip eine reine Solosache von Paul. Wieder ein vornehmlich akustischer balladesker Song mit angenehmen Bläserarrangements. Everybody's Got Something to Hide Except Me and My Monkey ist ein relativ harter Rocker von John. Interessanter Song, gehört aber nicht zu meinen Lieblingssongs. Sexy Sadie ist vor allem eine böse Abrechnung von John mit dem Maharishi, der eigentlich alle etwas an der Nase herumgeführt hatte. Ein guter Song, dem man die bittere Note nicht einmal so stark anhört. Helter Skelter ist ein ultraharter Song von Paul, der auch von ihm gesungen wird. Der Song ist wirklich hart und könnte als Hard-Rock durchgehen. Ich habe den Song einmal als Cover einer Hard-Rock Band gehört, und das klang wirklich gut und war nicht weit von dieser Version entfernt. Long, Long, Long ist ein sehr ruhiger und langsamer Song von George. Revolution 1 ist schlicht und ergreifend eine langsame und shufflige Variante von Revolution (nicht von Revolution 9 auf diesem Album). Guter Song - so oder so. Honey Pie klingt wie eine alte Vaudeville Nummer. Klasse gemacht. Es zeigt das Talent der Musiker, in den unterschiedlichsten Stilistiken Songs zu schreiben. Savoy Truffle ist der dritte Harrison Song auf dem Album. Eine schöne Rhythm & Blues Nummer. Cry Baby Cry ist fast eine Solonummer von John. Er singt, spielt Gitarre, Piano und Orgel. Ein guter Song - aber nicht überragend. Revolution 9 ist einer der experimentellsten Songs der Beatles bzw. von John Lennon. Der Song besteht praktisch nur aus Collagen, die vom Band kommen und zusammengeschnitten wurden. Lustig, aber insgesamt auch etwas unnötig. Good Night klingt wirklich interessant. Ein Song, den John und Paul für Ringo geschrieben haben. Eine unglaubliche Gute-Nacht Schnulze mit Riesenorchester und Chor im Background. Aber irgendwie klingt das Ganze genial.

Das Weiße Album wird von vielen Kritikern und Fans als das beste Album der Beatles bewertet. Es verkaufte sich damals sensationell gut. Das Album war im Prinzip das erste Album, auf dem die Musiker sehr individuell auftreten konnten. Es ist weniger ein Gruppenprojekt als je zuvor. Einige Songs wurden von John und Paul praktisch im Alleingang eingespielt. Es gab und gibt Kritiker, die der Meinung waren, man hätte lieber nur eine LP statt einer Doppel-LP herausgebracht. Das hätte dann eine sensationelle LP ergeben. Ich sehe es ähnlich, wobei ich den Wert des White- Album nicht schmälern will. Eine LP mit guter Songauswahl hätte wohl das perfekte Popalbum ergeben. So legte die Band ein gutes Album ab mit sehr guten, aber auch weniger guten Songs. Die ganz großen Hits fehlten dem Album, aber trotzdem wurden Songs wie Back In The U.S.S.R, Ob-La-Di, Bungalow Bill, While My Guitar oder Rocky Racoon ziemlich bekannt. Und das Album enthält einige eher unterbewertete Songs wie Blackbird, Piggies, Birthday oder etwa Helter Skelter. In der Summe ein gutes Album - aber aus meiner Sicht nicht das beste der Beatles.

Die Tracks:

  1. Back in the U.S.S.R. 2:43
  2. Dear Prudence 3:56
  3. Glass Onion 2:17
  4. Ob-La-Di, Ob-La-Da 3:08
  5. Wild Honey Pie 0:52
  6. The Continuing Story of Bungalow Bill 3:13
  7. While My Guitar Gently Weeps (George Harrison) 4:45
  8. Happiness Is a Warm Gun 2:43
  9. Martha My Dear 2:28
  10. I'm So Tired 2:03
  11. Blackbird 2:18
  12. Piggies (Harrison) 2:04
  13. Rocky Raccoon 3:32
  14. Don't Pass Me By (Richard Starkey)3:50
  15. Why Don't We Do It in the Road? 1:40
  16. I Will 1:45
  17. Julia 2:54
  18. Birthday 2:42
  19. Yer Blues 4:00
  20. Mother Nature's Son 2:47
  21. Everybody's Got Something to Hide Except Me and My Monkey 2:24
  22. Sexy Sadie 3:15
  23. Helter Skelter 4:29
  24. Long, Long, Long (Harrison) 3:03
  25. Revolution 1 4:15
  26. Honey Pie 2:40
  27. Savoy Truffle (Harrison)2:54
  28. Cry Baby Cry 3:02
  29. Revolution 9 - 8:13
  30. Good Night 3:11

Rezensent: MP

 


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