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Albumbesprechung The Beatles - Revolver

Interpret: The Beatles

Titel: Revolver

Erscheinungsjahr: 1966

Genre: Rock, Pop

Bewertung: Wertung: 9 von 10 Sternen

(9/10 - Rezensionen: 1)

 

Rezension/Review

Das Album Revolver der Beatles hat, wie kaum ein anderes, die Popwelt verändert. Im Bezug auf die Beatles ist da häufiger von Sgt Pepper's Lonely Hearts Club Band die Rede, mit Revolver hatten die Beatles aber eigentlich den Höhepunkt vorweggenommen. Dabei hatte es das Album damals schwer. Es kam nach dem äußerst beliebten Album Rubber Soul heraus. Dazu kam, dass die Rolling Stones kurz zuvor ihr erfolgreiches Album Aftermath herausgebracht hatten. Ungeachtet dessen schaffte Revolver wieder Platz 1, wenn auch nur kurz. Das Album gehörte damals nicht zu den beliebtesten der Band. Dafür war die Abkehr von einfachen Popmustern vielleicht zu radikal, man könnte auch sagen, das Album war seiner Zeit voraus.

Die Songs

Das Album ist vollgepackt mit nahezu perfekten Songs. Den Anfang macht der Song "Taxman". Ein Song mit einem zeitlosen Thema - wie uns der Staat das Geld aus der Tasche herauszieht. Oder wie es George komponierte "there's one for you, nineteen for me". Taxman stellt einen zeitlosen Rockklassiker dar - komponiert von George und den damaligen Politikern Wilson und Heath gewidmet. Der nächste Song "Eleanor Rigby" stellt die perfekte melancholische Ballade dar. Mit "I'm Only Sleeping" folgt ein schräger Song, der etwas abfällt. "Love You To" klingt auch ungewöhnlich. Der Song stammt von George und wird fast durchgehend von Sitar und Tablas begleitet. Das klang für die Zeit mehr als ungewöhnlich. Deshalb muss man das Stück fast schon als progressiv bezeichnen. Mit "Here, There And Everywhere" zeigt Paul erneut seine Stärke, eine Ballade genial zu singen. So schreibt man Balladen! "Yellow Submarine" wirkt wie ein Kontrapunkt. Den Song schrieb Paul für Ringo. Das Ganze klingt lustig und wirkt fast wie ein Kinderlied. "She Said, She Said" klingt wesentlich anspruchsvoller. Der Gitarrenrock überzeugt mit einem leicht psychedelischen Einschlag. Der Song ähnelt Taxman, wurde jedoch von John geschrieben.

"Good Day Sunshine" ist eine Pop-Perle, welche nie die ganz große Bekanntheit erlangt hat. "And Your Bird Can Sing" stellt einen gut gut komponierten Pop Song mit schöner Gitarrenarbeit dar. Der Song wird von vielen Betrachtern zu den besten des Albums gezählt. "For No One" ist wieder eine jener perfekten langsamen McCartney Nummern. Der melancholische Song überzeugt mit einer wunderschönen Melodie und einem gelungenen Waldhorn Solo, das vorzüglich zum Song passt. "Dr. Robert" ist ein unkomplizierter und lustig klingender Song. Das hört sich nach einem oberflächlichen Song an, was aber nicht der Fall ist. Ganz im Gegenteil - Dr. Robert zählt zu den Highlights des Albums. "I Want To Tell You" ist eine psychedelische Harrison Komposition mit interessanten Twin-Guitar Sounds. "Got To Get You Into My Life" ist ein weiterer, für Beatlesverhältnisse, ungewöhnlicher Song. Wieder zeigt sich die Freude der Beatles am Experimentieren. Dieses Mal versuchen sich die Beatles an Tamla Motown Sounds, selten klang die Band souliger. Unterstützt wurde das von guten Bläserarrangements der Sounds Inc. "Tomorrow Never Knows" beschließt das Album mit psychedelischeren Ideen.

Fazit Revolver wird häufig als eines der wichtigsten Popalben überhaupt bezeichnet. Viele Fans zählen das Album zu den besten Beatles-Alben. Das kann man durchaus so stehen lassen, das Album liegt unglaublich nahe am perfekten Popalbum. Die Band präsentierte hier praktisch alles, was man sich wünschen kann. Bei Erscheinen brachen die Beatles einige Barrieren und was sie abliefern, dürfte über weite Strecken eine Blaupause für viele Brit-Pop Bands gewesen sein.

Trackliste

  1. Taxman
  2. Eleanor Rigby
  3. I'm Only Sleeping
  4. Love You To
  5. Here, There And Everywhere
  6. Yellow Submarine
  7. She Said, She Said
  8. Good Day Sunshine
  9. And Your Bird Can Sing
  10. For No One
  11. Dr. Robert
  12. I Want To Tell You
  13. Got To Get You Into My Life
  14. Tomorrow Never Knows

Rezensent: MP

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