Bad Company ist das Debütalbum der Band Bad Company. Das Album wurde im Verlauf des Jahres 1973 aufgenommen und 1974
offiziell vorgestellt. Da man Bad Company als Supergroup propagierte, überrascht es nur bedingt, dass die Band gleich mit dem Debütalbum einen überragenden Start hinlegen konnte.
Das Album erreichte Rang 1 der US-Billboard 200, verkaufte sich über 5 Millionen mal und gehört damit zu den bestverkauften Alben der 1970er. Daher findet sich das Album in Bestenlisten in der Regel weit oben und kann zu den Meilensteinen der Rockmusik gezählt werden. Für viele Betrachter stellt es außerdem einen Meilenstein des Heavy Metal dar.
Damit beginnen meine Probleme mit der Band. Bad Company wurde vielfach als eine stilprägende Band des
Hard-Rock und gar des Heavy Metal bezeichnet, was aus meiner Sicht aber übertrieben ist. Bad Company entwickelten den Sound von Free etwas weiter, näherten sich dabei in starkem Maß der US-Kultur und legten somit gefällige Rock Alben mit Einflüssen aus Blues, Country und Rock'n'Roll vor. Im Prinzip könnte man Bad Company auch als stilprägende Band des AOR bezeichnen.
Dabei wirkt Bad Company auf dem Debütalbum ziemlich reduziert. Das verwundert aber bei der Besetzung auch nicht. Gitarrist Mick Ralphs kam von Mott The Hoople, wo Minimalismus angesagt war. Sänger Paul Rodgers und Drummer Simon Kirke kamen von Free, auch diese Band war für einen eher reduzierten Stil bekannt. Einzig der Lebenslauf von Bassist Bozz Burrell würde hier mehr hergeben, er kam von King Crimson und lernte bei Robert Fripp das Bassspielen. Aber: zum Zeitpunkt der Aufnahmen war Burrell sicherlich kein extrem begnadeter Bassist. So gesehen war auch bei ihm eher reduziertes Spiel angesagt.
Die Songs:
- "Can't Get Enough" ist einer dieser Songs, den ich als reduzierten Rocksong bezeichnen würde. Das Hauptriff ist ebenso überschaubar wie zwingend, die Gesangslines passen sich dem an. Rodgers bewegt sich gesanglich auch in einem überschaubaren Rahmen und nutzt gerne klassisches Füllmaterial wie uhh, aah oder Ansagen wie wot u say. Insgesamt wirkt das aber stimmig, die Band legt einen schmissigen Song vor, den man zu den Klassikern der Rockmusik zählen kann.
- "Rock Steady" ist ein schleppender Song mit viel Bluesfeeling und einer gewissen Härte. Hier knüpft die Band in starkem Maß an die Free-Tradition an.
- "Ready for Love" ist ein balladesker Rocksong, der mit seinem gut mitsingbaren Refrain jederzeit angenehm - wenn auch unaufregend - wirkt.
- "Don't Let Me Down" erinnert nicht nur namentlich an die Beatles. Es scheint so, als ob sich Rodgers und Ralphs bewusst auf die Fab Four beziehen. Dabei klingt der Refrain aber relativ gospelig, das Saxophon spielt Mel Collins ein.
- "Bad Company" ist ein Gemeinschaftswerk von Rodgers und Kirke, hier schwebt der Geist von Free permanent über dem Song.
- "The Way I Choose" ist eine Ballade, wie sie Rodgers gerne bei Bad Company einbrachte. Auch diese Ballade ist durchaus gelungen, aber es ist nicht die stärkste Rodgers Ballade.
- "Movin' On" ist ein weiterer Beitrag von Mick Ralphs und wieder bringt er einen schnörkellosen Song mit schönen Boogie-Gitarrenriffs ein.
- "Seagull" beendet das Album balladesk und vornehmlich akustisch. Der Rodgers/Ralphs Song taugt gut zu einer Feuerzeug-Ballade beim Livekonzert. Rodgers ist ein guter Sänger, der vor allem Balladen richtig gut singen kann - genau das zeigt er hier.
Bad Company legten mit ihrem Debütalbum einen Meilenstein der Rockmusik vor, da gibt es nichts zu deuteln - immerhin
gehört das Album zu den meistverkauften Rockalben der 1970er. Aus meiner Sicht legte die Band damit eher einen
Grundstein für den AOR als für den Hard-Rock. Aber darüber kann man natürlich trefflich streiten. Im Gegensatz zum
typischen AOR entspricht dieses Album mit seinem reduzierten Ansatz nämlich auch dem klassischen Rock'n'Roll und
kann daher mit seiner subtilen Härte auch als Hard-Rock durchgehen. Die Rhythmussektion mit Burrell und Kirke
bildet mit ihrem schnörkellosen Groove den idealen Nährboden für Ralphs und Rodgers, wobei auch die beiden
selten so richtig aus sich herausgehen. Bad Company deuteten aber mit dem Album ihr Potenzial an. Wer sich
für den klassischen Rock der frühen 1970er interessiert, muss dieses Album zumindest einmal gehört haben.

- Can't Get Enough (Mick Ralphs) 4:16
- Rock Steady (Paul Rodgers) 3:46
- Ready for Love (Ralphs) 5:01
- Don't Let Me Down (Rodgers, Ralphs) 4:22
- Bad Company (Rodgers, Simon Kirke) 4:50
- The Way I Choose (Rodgers) 5:05
- Movin' On (Ralphs) 3:21
- Seagull (Rodgers, Ralphs) 4:06
Rezensent: MP