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Titel: Arena Erscheinungsjahr: 1996 Genre: AOR, Melodic-Rock Bewertung: ![]()
Die Band Asia formierte sich um 1981. Damals lösten sich einige der großen Prog-Rock Bands wie ELP oder Yes mehr oder weniger auf. Allgemein zeigten die alten Prog-Rockbands Auflösungserscheinungen. In den Startlöchern saßen auch schon die jungen wilden Prog-Rocker wie etwa Dream Theater. Das machte es den alten Bands auch nicht gerade leicht und mit dem traditionellen Prog-Rock hatte man es etwas schwer auf dem Markt. Die Zusammensetzung der Anfangsformation von Asia ließ die Musikfans aufhorchen. Da war Steve Howe von Yes mit an Bord, John Wetton von King Crimson, Geoff Downes von den Buggles und Carl Palmer von ELP. Das ließ viel erhoffen. Die Band wurde von Anfang an als Supergroup konzipiert und auch so vermarktet. Allerdings wurden die Prog-Rock Fans dabei etwas enttäuscht. Denn Asia schlug eine ganz andere Richtung ein. Die Band versuchte sich im Mainstream Rock bzw. im so genannten Adult Oriented Rock. Und mit dem Konzept hatte die Band großen Erfolg. Die ersten beiden Alben verkauften sich prächtig und sprachen das Zielpublikum des AOR ziemlich genau an. Asia hatte einige veritable Hits, der erste war Heat Of The Moment. Dabei konnten die Musiker ihre Wurzeln nicht immer verleugnen. Eine minimale Prise Prog-Rock schwang immer mit, aber sehr wenig. Der Stil war ganz klar AOR in manchmal härterer Gangart. Im Lauf der Jahre änderte sich das Line-Up der Band permanent. Auch der Stil von Asia ging immer stärker in Richtung AOR mit einer Tendenz zum Pop-Rock. Manchmal brachte man zwar symphonische Elemente mit ein, manchmal auch immer noch prog-rockige Teile. Aber wie gesagt sehr wenig, viel zu wenig für Prog-Rock Fans. Jeder hoffte bei der Besetzung auf ein Weiterleben der ELP oder Yes-Tradition. Aber Asia machte da nicht mit. Nach den ersten Erfolgen ließen die Umsatzzahlen der Band stark nach. Vor allem der Ausstieg von John Wetton und das Fehlen seiner prägnanten Stimme schien der Band nicht gerade dienlich zu sein. Die Band gab/gibt es im Prinzip wohl auch im Jahr 2006 noch. Man munkelt sogar, dass sich Asia in der Urbesetzung von 1981 wieder zusammenfinden will. Das Album Arena stammt aus dem Jahr 1996. Da hatte Asia schon einige Umbesetzungen hinter sich. Von der Anfangsformation war eigentlich nur noch Geoff Downes mit dabei. Dazu kamen John Payne, Elliot Randall, Aziz Ibrahim, Tomoyasu Hotei (für einen Song) und Michael Sturgis. Diese Musiker sind alle recht versiert, das hört man. Asia zu rezensieren, verleitet immer ein wenig dazu, sie doch an Prog-Rock Maßstäben zu messen. Weil man immer meint, Asia müsse ein Prog-Rock Band sein. Aber sie sind es eben nicht. Stilistisch muss man das Album ganz klar dem AOR zuordnen. Im Prinzip bot Asia hier einen recht gut verdaulichen Melodic-Rock. Nicht zu hart, aber auch nicht zu soft. Die Songs sind alle recht kommerziell gemacht. Die Aufnahmen klingen perfekt. Musikalisch gibt es da wenig auszusetzen. Einzig die Vocals sind absolute Geschmackssache. Mir persönlich gefällt das nicht ganz so gut. Die Vokalharmonien erinnern mich unangenehm an die Moody Blues in ihrer Spätphase. Der Introsong verschont einen da etwas, es ist ein Instrumentaltitel mit Hotei an der Gitarre. Ganz schön gemacht. Der zweite Song überrascht mich persönlich etwas, weil er mich sehr an die relativ glatten und perfekten Aufnahmen des Westcoast-Fusion aus den USA erinnert. Alle anderen Songs liegen in etwa in der Richtung. Alles so ein bisschen Fusion-Like allerdings ohne großartige jazzrockige oder progrockige Einwürfe. Die Songs sind eindeutig auf das Mainstream Publikum des AOR ausgerichtet. Und da kann man auch nicht meckern. Dieses Publikum bedienen Asia ziemlich gekonnt. Das ist alles nicht besonders aufregend oder neu was Asia da machen, aber es klingt auch nicht ganz schlecht. Und so ganz leise hört man sogar einmal die eine oder andere Prog-Rock Nuance. Aber wie gesagt - ganz leise. Da kommt dann fast ein wenig Wehmut auf, weil ich mir mehr davon wünschen würde. Aber Asia haben sich für den Mainstream entschieden. Das muss man akzeptieren. Sie machen das wie gesagt nicht schlecht, wenngleich sie mit Arena auch kein absolutes Highlight des Genres abliefern. Mich reißt es nicht vom Hocker. Aber ich könnte auch nicht sagen, dass Arena ein total schlechtes Album ist. Vor allem weil Asia schon schlechteres abgeliefert hat. Freunde des melodischen Rock könnten an diesem Album durchaus Gefallen finden. Freunde des Prog-Rock dürften erneut von Asia enttäuscht werden. Die Tracks: 1. Into The Arena 2. Arena 3. Heaven 4. Two Sides Of The Moon 5. The Day Before The War 6. Never 7. Falling 8. Words 9. U Bring Me Down 10. Tell Me Why 11. Turn It Around 12. Bella Nova Rezensent: MP |