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CD-Kritik Ash Ra Tempel - Starring Rosi

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Interpret: Ash Ra Tempel

Titel: Starring Rosi

Erscheinungsjahr: 1973

Genre: Krautrock, Westcoast

Bewertung: Wertung: 5 von 10 Sternen
(5/10 - Rezensionen: 1)

 

Rezension:

Starring Rosi ist ein Album der deutschen Band Ash Ra Tempel. Es erschien im Jahr 1973. Mit dem Album läutete die Band einen deutlichen Wechsel in Bandbesetzung und Sound ein. Gitarrist Manuel Göttsching war die treibende Kraft der Band. Harmut Enke war ausgeschieden, Klaus Schulze war sowieso schon lange nicht mehr dabei.

Dafür war Rosi Müller mittlerweile festes Bandmitglied. An den Drums half Harald Großkopf, den man später oft an der Seite von Göttsching sehen sollte. Und musikalisch änderte die Band mit diesem Album das Konzept deutlich. Göttsching ging praktisch komplett weg von den alten langen Songs. Musikalisch klang Starring Rosi wesentlich weniger krautig als alte Aufnahmen. Letztlich läutete das Album teilweise die folgende Ashra Phase ein.

Laughter Loving beginnt dann auch gleich mal sehr überraschend. Ein achtminütiges Instrumental in bester Westcoast Tradition. Das erinnert mich an die Allman Brothers und an Grateful Dead - aber selten an Krautrock. Die Gitarrenarbeit klingt, nach meiner Ansicht, verbesserungswürdig. Der Song plätschert recht höhepunktlos vor sich hin. Day-Dream klingt etwas besser, mit mehr krautigen und psychedelischen Anteilen. Aber immer noch hält sich ein gewisser Grateful Dead-Faktor. Auch der Song ist etwas spannungsarm, da hilft der denglische Sprechgesang von Rosi auch nichts. Schizo knüpft endlich an alte Tugenden an. Das kling schön mit wabernden psychedelischen Gitarrensounds und Becken, die dem ganzen etwas bedrohliches geben. Leider ein sehr kurzer Song, denn Schizo ist einer der besten Songs des Albums.

Cosmic Tango ist noch etwas kürzer als Schizo. Dieses mal macht das nichts, denn der Song ist eher wieder belanglos. Nachdem Rosi mit einer stark verhallten Stimme den Song mit einem Ready-Steady-Go freigibt, verpufft das Ganze mit harmlosen cleanen und funkigen Gitarrensounds. Interplay Of Forces ist der längste Song des Albums. Er beginnt verheißungsvoll mit einigen Klangcollagen. Aber der Song mündet dann wieder in einer Art Jam-Session, wie man sie durchaus von Grateful Dead kennt. Und Grateful Dead klingen da etwas besser. The Fairy Dance gefällt mir dann aber wieder ganz gut. Die akustische Gitarre hat eine keltische Note, klingt durch Effekten aber schön lang und fast bedrohlich. Dazu gibt es nette Schwellersounds der Gitarre. Später wird das Akustikgitarrenthema gepickt mit einer schönen Melodie und ein paar Spielereien. Bring Me Up beendet dann das Album aber wiederum harmlos und unentschlossen. Nach einem ordentlichen Intro a la Wishbone Ash verpufft der Song als eine Art funky Song. Die Gitarrenlines sind nicht schlecht, aber auch nicht sehr mitreißend. Der Chor zum Schluss in bester US-Funk Tradition klingt nett und fast schon lustig - aber mehr nicht.

Mit Starring Rosi legt Ash Ra Tempel, nach meiner Ansicht, eines der schwächsten Alben vor. Die Band war damals sicherlich im Umbruch, aber so eine Mischung aus Krautrock und Grateful Dead - das klingt fast schon paradox. Tatsächlich eifert Göttsching hier mehr als einmal den großen Alten der Westcoast nach. Das geht dann voll in die musikalische Hose. Nur Schizo und The Fairy Dance gefallen mir durchgängig gut. Alle anderen Songs sind nie komplett überzeugen und klingen oft sehr spannungsarm. Ein gerade noch ordentliches Album.

Die Tracks:

  1. Laughter Loving (Göttsching) - 8:00
  2. Day-Dream (Göttsching, Müller) - 5:21
  3. Schizo (Göttsching) - 2:47
  4. Cosmic Tango (Göttsching, Müller) - 2:06
  5. Interplay Of Forces (Göttsching, Müller) - 8:58
  6. The Fairy Dance (Göttsching) - 3:07
  7. Bring Me Up (Göttsching, Müller) - 4:33

Rezensent: MP