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Albumbesprechung Armageddon - Armageddon

Interpret: Armageddon

Titel: Armageddon

Erscheinungsjahr: 1975

Genre: Hard-Rock

Bewertung: Wertung: 6 von 10 Sternen

(6/10 - Rezensionen: 1)

 

Rezension/Review

Armageddon war das Debütalbum der Hard-Rock Formation Armageddon. Das Album wurde im Jahr 1975 veröffentlicht.

Das Album soll sich ordentlich verkauft haben und zudem ein ganz gutes Radio-Airplay erhalten haben. Aber Armageddon erfüllten wohl nicht die in sie gesetzten Erwartungen. Immerhin wurde die Band als Supergroup gehandelt. Sänger und Harmonikaspieler Keith Relf war nach dem Ende der Yardbirds für zwei Alben bei Renaissance und später als Produzent tätig. Gitarrist Martin Pugh und Bassist Louis Cennamo taten sich mit ihm nach ihrem Ausstieg bei Steamhammer zusammen und die drei gingen in die USA, um dort nach einem Drummer zu suchen. Sie wurden in Bobby Caldwell (zuvor Captain Beyond und Johnny Winter) fündig.

Auf Empfehlung von Peter Frampton kam die Band bei A&M Records unter und veröffentlichte dort dieses Debütalbum. Eigentlich lief alles bestens, das Album erschien und wurde von Kritikern wohlwollend bewertet und wurde auch im damals wichtigen Radio gespielt. Ein Problem war jedoch, dass die Band (vor allem wegen der gesundheitlichen Probleme Relfs) praktisch nicht tourte. Im Nachhinein äußerten ehemalige Bandmitglieder weitere mögliche Probleme. Gemäß Bassist Cennamo war die Arbeit problematisch, da angeblich zwei Bandmitglieder mit erheblichen Drogenproblemen zu kämpfen hatten. Drummer Caldwell wiederum machte das schlechte Management für den Misserfolg verantwortlich.

Egal, an was es lag: Armageddon war nach diesem Album wieder Geschichte, das Album verkaufte sich schlechter als erwartet und die Band kam damals nicht über den Status Geheimtipp hinaus und wird auch heute noch als solcher gehandelt. Musikalisch stand ein, sagen wir mal, zeittypischer härterer Rock mit subtilen psychedelischen Anleihen auf dem Programm.

Die Songs

  • In diesem Sinn legt die Band mit Buzzard gleich einmal los. Pughs Wah-Gitarrenriff prägt den Song und Relf liefert seine auf diesem Album bei weitem beste Gesangsleistung ab (was zu Spekulationen verleitete, ob er hier wirklich am Mikro war…). Ich denke, dass Buzzard das bekannteste musikalischen Statement der Band sein dürfte.
  • Auch das balladeske Silver Tightrope wird primär von Pugh bestimmt, hier mit etwas chorusgeschwängerten arpeggierten Gitarrenmotiven. Das läuft alles sehr gemächlich vor sich hin und ergibt eine Art Led Zeppelin-Light, da einfach die zündenden Momente fehlen und zudem Relfs Gesang sehr blass wirkt.
  • Paths And Planes And Future Gains lässt die UK-Wurzeln der Band durchkomnen, zumindest erinnert mich das in den Gitarrenriffs an die frühen Who. Im Grund kein schlechter Rocksong, allerdings wirkt er etwas zu patchworkartig.
  • Last Stand Before erinnert an harten US-Rock. Das Single-Note Riff zumindest klingt wie eine harte Hendrix-Variante und erhält später eine harte funky US-Rocknote. Relfs Gesangslinien versprühen etwas Flair aus den Zeiten des 60s UK-Psychedelic Beat.
  • Basking In The White Of The Midnight Sun ist mit über 11 Minuten Laufzeit sicherlich der Kernsong des Albums. Allerdings würde ich ihn nicht als den stärksten oder bemerkenswertesten Song bewerten. Irgendwie deutet die Band an, was sie könnte, sie zieht es aber nicht durch. Zweifellos gibt es einiges an Abwechslung, überzeugen kann der Song aber nur selten.

Fazit Armageddon, das war damals ein echter Geheimtipp und die Scheibe lief immer mal wieder auf Partys. Wenn ich sage die Scheibe, dann müsste ich genauer sagen: der Song Buzzard. Ein bärenstarker Antritt und gleichzeitig eine Messlatte, welche die Band nicht mehr annähernd erreichen konnte. Irgendwie fehlte es an Eigenständigkeit und Überzeugungskraft, vielleicht war da auch einfach zu wenig Herzblut in dem rein kommerziellen Unternehmen. Das ist alles nicht ganz schlecht, aber auch nicht wirklich überzeugend. Das gilt auch für die Musiker. Im Grund würde ich alleine Drummer Caldwell ein sehr gutes Zeugnis ausstellen. Bassist Cennamo geht einfach unter, während seine ehemaliger Steamhammer Kollege Pugh zwar die Akzente setzt, aber eigentlich kaum mehr macht, als alte Licks und Riffs aus Steamhammer Zeiten aufzubereiten. Und leider kann auch Sänger Relf nicht überzeugen. Ich gehe davon aus, dass er damals aufgrund seines Asthma immer wieder am Limit singen musste und dadurch meist etwas drucklos wirkte. Man hat ihn wohl deshalb im Mix sehr zurückgenommen, was natürlich den Druck noch stärker herausnimmt. Auch hier gilt vor allem eine Ausnahme: der Song Buzzard. Der macht aus dem Album dann auch ein insgesamt ordentliches Werk, interessant vor allem für Fans des klassischen harten Gitarrenrock.

Trackliste

  1. Buzzard (Caldwell, Pugh, Relf) 8:16
  2. Silver Tightrope (Caldwell, Pugh, Relf) 8:23
  3. Paths And Planes And Future Gains (Caldwell, Pugh, Relf) 4:30
  4. Last Stand Before (Caldwell, Cennamo, Pugh, Relf) 8:23
  5. Basking In The White Of The Midnight Sun (Caldwell, Pugh, Relf) 11:30
  1. Warning Coming On (1:00)
  2. Basking In The White Of The Midnight Sun (3:03)
  3. Brother Ego (5:10)
  4. Basking In The White Of The Midnight Sun (Reprise) (2:18)

Rezensent: MP

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