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CD-Kritik Agitation Free - Shibuya Nights. Live In Tokyo

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Interpret: Agitation Free

Titel: Shibuya Nights. Live In Tokyo

Erscheinungsjahr: 2012

Genre: Space-Rock, Weltmusik, Prog-Rock

Bewertung: Wertung: 9 von 10 Sternen

(9/10 - Rezensionen: 1)

 

Rezension/Review

Shibuya Nights ist ein Album der deutschen Rockband Agitation Free. Das Album wurde am 04.11.2011 veröffentlicht, die Liveaufnahmen stammen aus dem Jahr 2007. Die Band spielte damals ein paar Konzerte in Japan, nachdem von Keyboarder Michael Hoenig eine Wachsfigur in der Prog-Rock Abteilung des Tokyo Tower Wax Museums eingeweiht wurde. Der gesellte sich zum schon zuvor in Wachsform ausgestellten Gitarristen Lutz Ulbrich. Das wiederum macht den Stellenwert deutlich, den Agitation Free bzw. die Musiker der Band in Japan haben.

Die Mitschnitte erfolgten bei drei Konzerten im Shibuya O'West im so genannten Shibuya Bezirk Tokyos. Zu den Konzerten fand die Band im klassischen Line-Up zusammen, mit dabei waren Michael Hoenig (Keyboards), Michael Günther (Bass), Gustl Lütjens (Gitarren), Burghard Rausch (Drums, Percussion) und Lutz ‚Lüül' Graf-Ulbrich (Gitarren, Ukulele). Als Gast war außerdem der Japaner Issey Ogata an der Ukulele dabei.

Die Band spielte für dieses Live-Album fünf Tracks vom Debütalbum Malesch ein (You Play For Us Today, Sahara City, Ala Tul, Malesch und Rücksturz) und fünf Songs vom zweiten Album 2nd (First Communication, Dialogue And Random, Laila, In The Silence Of The Morning Sunrise und A Quiet Walk). Vom Album River Of Return stammen Nomads und Das kleine Uhrwerk. Dazu gibt es den neuen Song Shibuya Nights.

Es handelt sich also vornehmlich um Songs der ersten beiden Alben und damit um Songs von zwei elementar wichtigen Alben des klassischen Krautrock. Im Prinzip könnte man da eine Reminiszenz an den klassischen Krautrock vermuten. Allerdings klingt das Ergebnis auf Shibuya Nights nicht einfach nur retro, irgendwie hört sich das alles durchaus zeitgemäß an. Vor allem der Sound lässt nichts zu wünschen übrig. Musikalisch lassen sich die Musiker ohnehin nicht lumpen. Hoenig legt perfekte Keyboardteppiche, Lüül und Lütjens präsentieren zeitgemäße Gitarrenbeiträge mit schönen Voicings und Leads, die zwischen klassischen Lines und modernen Elementen wie Tapping pendeln. Dazu liefern Günther und Rausch ein perfektes Groovefundament. Musikalisch bewegen sich die Musiker zwischen Weltmusik, Prog, Space-Rock und Elektronik. Wer die alten Alben kennt, der weiß, wohin die Reise geht.

Fazit Bei dem Album kann ich mich kurz fassen: ich bin Krautrockfan und Agitation Free zähle ich zu den besten Bands des Genres. Das war damals alles schon sehr gut und die Musiker sind weiter gereift. Ich kann beim besten Willen kaum Schwächen ausmachen. Der Sound der Aufnahmen ist atemberaubend gut, die musikalischen Leistungen sind praktisch perfekt. Und die Songs versprühen immer noch die Magie der frühen Siebziger. Was könnte man da mäkeln? Vielleicht die fehlende Livestimmung. Da praktisch keine Audience vernehmbar ist, könnte man hier ein reines Studioalbum vermuten. Aber das dürfte vielen Hörern eher entgegenkommen. Vielleicht könnte man auch ein paar eher unverbindliche Westcoast-typische Jam-Rockparts kritisieren, wie sie die Band auf manchen Songs präsentiert. Aber das sind Nuancen, welche nicht allzu sehr ins Gewicht fallen. Somit legen Agitation Free ein nahezu perfektes Album vor, das in der Form auch gut als Best-Of Agitation Free durchgehen könnte.

 

Trackliste

  1. You Play For Us Today 6:13
  2. Sahara City 2:49
  3. In The Silence Of The Morning Sunrise 6:22
  4. Shibuya Nights 6:15
  5. First Communication 6:26
  6. Dialogue And Random 1:22
  7. Ala Tul 6:15
  8. Laila 7:38
  9. Nomads 6:48
  10. A Quiet Walk 6:28
  11. Das Kleine Uhrwerk 4:49
  12. Malesch 5:42
  13. Drifting 3:55
  14. Rücksturz 2:58

Rezensent: MP